Mores

Mein Mund: Er ist so weit und offen,
Will den Seidenlippen nahe sein,
Mein Mund: Die Gier, sie macht besoffen,
Begierden schmutzig, Lust ganz rein.

Die Hände, wie sie tapfer gleiten
An der Brüste Hang entlang,
Sie suchen feuchte Wärme,
Und folgen schlicht nur meinem Drang:

Verschmolzen wollen wir bald sein,
Eins aus Zweien ohne Reue,
Triefend nass und glatt und frei,
Wie schwören uns die liebe Treue.

Dein Reim so zart mein Ohr betört,
Die Liebe macht sich rar und ganz und gar
Befreit ist unser Streben, nicht verstört,
Nein: Diese eine Liebe – sie ist wahr.

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