Das Blümlein Violett

Dein Haar wallt violett im straffen Wind,
Du bist wahrlich mir ein schönes Kind;
Die Blumen treiben stur im Frühling ihren Spross
Durch kalte Erde; zertrampelt dann vom Ross,
Auf dem ich throne im Beinkleid aus Samt;
Ich wünscht´ ich hätt´ die Folgen gekannt;

Doch ich war eingeschneit, mein Blick vereist,
Nun endlich du mich aus dem Winter reißt.
Ein Sommer ist schon farbig vorgemalt,
Die Saat, die Letzte, hat sich freudig ausgezahlt
Und trotz der Oppression der harten Hufe
Verhallen nie die Pein- und Schmerzensrufe.

Wenn das Wasser aus den Wolken fällt,
Dann ist dem Frust die Lust vergällt,
Sich weinend auf uns auszutoben,
Ja, Engel: Meine Reue ist zerstoben.

Der Schritt, mir unbekannt, hat dich getötet,
Doch Liebling: Ich bin nicht errötet.

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