Der Erdtrabant

Zu denken man oft neigt,
er sei des Mensch’ Kopie:
Er stets genauso zeigt
die dunkle Seite nie.

Er ist ein Wanderer,
dem Winde niemals wehn.
Er ist kein Rätsel mehr,
sein Mythos bleibt bestehn.

Er ist ein großer Stein
und kurvt seit Ewigkeit.
Sein Licht ist nur ein Schein,
den ihm die Sonne leiht.

Er ist ein Freund der Erd’
und schenkt ihr treu Geleit.
Sein Gelb sich füllt und leert
im regen Takt der Zeit.

Auf ihm strömt keine Luft,
die Leben möglich macht;
so füllt er nie mit Duft
die stille Weltallnacht.

Er hebt das Meer zur Flut,
er senkt zur Ebbe es;
wenn schimmernd er drauf ruht,
dann gibt’s kaum Schöneres.

Sein voller Schein oft bringt
zum Wallen manches Blut.
Romantisch er beschwingt
des Malers frohen Mut.

Zu ihm, da blickt man gern
und fühlt sich dabei frei.
So nah und doch so fern
zieht friedlich er vorbei.

Er schleicht mit Stetigkeit
in Zyklen stumm dahin.
Er kreist in Ewigkeit
und Ende ist Beginn.

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ahora 15. April 2009 um 16:42

Mit menschlichem Gemüt
belegen wir die Bahnen,
wie er das All durchzieht.
Wir können es nur ahnen.

Auch das ein Menschenwort,
er kreise still in Ewigkeit,
das Ende wär Beginn.
Der Mensch erschafft die Zeit.

manacur 19. April 2009 um 08:40

Raumzeit

Hebt man den Blick
in dunkler Nacht
begrenzt der Mond
den Raum.
Ein rhythmisch
Stirb und Werde.
Er trägt die Zeit,
man merkt es kaum,
als Raumzeit
auf die Erde.

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