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63 Gedichte

Selbstjustiz

von Frederik am 17. Mai 2009

Ein Lechzen nach Schmerz
Hat mich im Wahn befallen,
Ich grub die Klinge in mein Fleisch
Und wünscht´, es wären deine Krallen.

Deine spitzen Zähne reißen warm
Die tiefe rote Wunde blutig,
Ein Lächeln lässt die Lippen kräuseln,
Denn dieser Schnitt war mutig.

Doch bin ich arg enttäuscht,
Denn dieser Schmerz ist fad,
Ein flacher Teich der Pein
Und nicht ein tödlich Bad

Im Meer der Krämpfe, die salzig
Meine Risse offen lassen,
Ich wollte in ihm tauchen
Und ertrinken in den schwarzen Massen.

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Der Ohrwurm

von Frederik am 19. April 2009

Ein kleines Lied war ich
In meinem letzten Leben,
Ein traurig Lied in Moll.

Doch heute bin ich anders,
Als in meinem letzten Leben,
Ein fröhlich Lied in Dur.

Ich lebe für die Harmonie,
Sie ist so süß wie Honig
Zu den großen Menschen,
Sie klebt so arg wie Honig,
Befreien können sie sich nie.

So kreuchte ich, das Lied in Moll,
Schauerlich, den Tränen nah, in dein gerecktes Ohr.
Doch heute bin, jenes Lied in Dur,
Anders, denn ich schwebe lachend in dein Ohr.

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